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Humboldt-Universität zu Berlin - Philosophy, Science and the Sciences

Courses

Courses Winter Semester 2014/ 2015

  • Asper, Markus: Seminar Die Sophisten (5270006)

Thu 10-12 / Unter den Linden 6, 3053

Unter dem Begriff ‚Sophisten‘ versteht man Vertreter eines neuen Wissensbegriffs und neuer Wissensinhalte im letzten Drittel des 5. Jh. v. Chr., die vor allem die Ausdifferenzierung einer Rhetorik, aber auch vieler anderer Wissensbereiche, betrieben haben. Typische Vertreter der Sophisten sind etwa Protagoras von Abdera und Hippias von Elis. Diese Sophisten haben eine unverdient schlechte Presse gehabt, vor allem als Antagonisten des platonischen Sokrates: ‚sophistisch‘ steht deshalb heute meist für eine Kombination aus Rabulistik und Relativismus. Das Seminar versucht, anhand verschiedener Texte, von Aristophanes‘ Wolken bis zu den Dissoi logoi, eine Anschauung von den Sophisten zu gewinnen, die nicht im Schatten Platons steht.

Einführende Literatur: J. DILLON und T. GERGEL, The Greek Sophists, London 2003; G.B. KERFERD und H. FLASHAR, Die Sophistik, in: H. FLASHAR (Hg.), Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophen der Antike, Bd. 2.1, Basel 1998, 1-137; G.B. KERFERD, The sophistic movement, Cambridge 1981; Th. SCHIRREN und Th. ZINSMAIER, Die Sophisten. Ausgewählte Texte, Stuttgart 2003.

 

  • Barnes, Joseph: PS Evidence (51016)

Tue 10-12 / Hannoversche Str. 6, 1.03

What is evidence?  Must evidence be known, as Tim Williamson argues?  What role, exactly, does evidence play in epistemology?  What evidence do we have?  How does confirmation theory bear on less formal philosophical theorizing about evidence, and how do either of these bear on ordinary talk about evidence?  We'll investigate all these questions together (though not all at once), in the hope of making some progress on fundamental questions in epistemology through cross pollination.  This seminar will be taught in English.

 

  • Barnes, Joseph: HS Xenophon's Socrates (51051)

Tue 14-16 / Hannoversche Str. 6, 1.03

Xenophon's Socrates seems strikingly different from Plato's, and in some philosophically interesting ways.  Xenophon's testimony is problematic for several reasons.  In this seminar, we'll read all of Xenophon's Socratic works, focusing in particular on the putative differences between Xenophon's Socrates and Plato's, and taking account of excellent recent scholarship.  Greek will be helpful, but is not required.  Familiarity with Plato's Socratic dialogues will be even more helpful, but is also not required.  This seminar will be in English.

 

  • Beere, Jonathan: VL Einführung in Platons Theoretische Philosophie (VEV) / Introduction to Plato´s Theoretical Philosophy (51001)

Tue 10-12 / Unter den Linden 6, 2094

Diese einführende Vorlesung eröffnet den Zugang zu Platons theoretischer Philosophie durch seine Theorie und Praxis der Argumentation. Es war Aristoteles, nicht Platon, der die Logik erfunden hat. Doch Platon hat über die Struktur von Argumenten nachgedacht. Wir betrachten die Methode der Hypothese, Strategien in der Diagnose von unschlüssigen Argumenten, Dialektik als Wissen über Argumentation, die Verbindung zwischen den Platonischen Formen und schlüssiger Argumentation, sowie gewisse Aspekte von Platons Sprachphilosophie. Wir werden u.A. Menon, Euthydemos, Parmenides, und Sophistes lesen.

Es wird erwartet, dass alle Teilnehmer an den begleitenden Tutorien teilnehmen, für die am Anfang des Semesters Termine festgelegt werden. Teilnahme an der Vorlesung ohne Teilnahme an einem Tutorium ist nur nach Absprache mit dem Dozenten möglich.

 

  • Beere, Jonathan: PS Platons Theoretische Philosophie: Vertiefende Lektüre / Plato´s Theoretical Philosophy: Focused Reading (51017)

Tue 12-14 / Unter den Linden 6, 3103

Dieses Proseminar knüpft an der Vorlesung zu Platons theoretischer Philosophie an und bietet die Möglichkeit, einen in der Vorlesung nur flüchitg behandelten Text in aller Ausführlichkeit zu lesen und zu diskutieren. Beim Text handelt es sich wahrscheinlich um den Parmenides.

 

  • Beere, Jonathan: Ü Argumentation und Sprache (51039)

Wed 10-12 / Hannoversche Str. 6, 1.03

Students develop their ability to discuss philosophical issues and texts in English by practicing doing so. To provide us with a focus for our discussions, we will read some recent English-language literature on the concept of a metaphysical ground.

 

  • Beere, Jonathan: CO Philosophisches Kolloquium / Philosophical Colloquium (51080)

Wed 12-14:30 / Hannoversche Str. 6, 1.03

Die Teilnahme ist nur nach Rücksprache vor Semesterbeginn oder auf persönliche Einladung hin möglich.

 

  • Lo Presti, Roberto: Ü Seneca, Naturales Quaestiones (5270029)

Mon 14-16 / Unter den Linden 6, 3053

Lucius Anneus Seneca ist ohne Zweifel einer der wichtigsten und noch heutzutage bevorzugten Autoren der lateinischen Literatur der Kaiserzeit. Er ist aber vor allem als Moralphilosoph und Dramatiker bekannt und sein Beitrag zur lateinischen Kultur und Literatur wird vorwiegend im Lichte seiner Annahme, Bearbeitung und Vermittlung der Grundprinzipien der stoischen Ethiklehre geschätzt. Ein oft vernachlässigter und trotzdem sehr interessanter Aspekt der intellektuellen Betätigung Senecas ist aber in seiner tiefgründigen und begeisterten Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Themen und Problemen zu sehen. In dieser Übung werden wir das Ergebnis dieser Beschäftigung in Betracht ziehen durch die Lektüre ausgewählter Passagen der Naturales Quaestiones, d.h. des Werkes, das die summa der naturwissenschaftlichen Untersuchungen Senecas darstellt, wobei Seneca sich als Sammler der Erkenntnisse zahlreicher, hauptsächlich griechischer Autoren zeigt.

Das Werk zerfällt in 8 Einzelbücher, die unterschiedlichen Themen gewidmet sind. Das Einzelbuch gliedert sich im Allgemeinen in ein Vorwort, den Hauptteil mit den stoffbezogenen Thesen und einen Schlussteil. Das Vorwort und der Schlussteil enthalten meistens philosophisch-ethische Ausführungen, so dass eine einzigartige Mischung naturwissenschaftlicher und ethischer Themen vorliegt. In den naturwissenschaftlichen Hauptteilen übermittelt Seneca jeweils die Ausführungen mehrerer Autoren. Er bewertet sie auch und legt dar, welcher der häufig sehr kontroversen Theorien er sich anschließt.

Themen der Einzelbücher sind: Meteoren (Buch I); Gewitter (Buch II); Wasser (Buch III); Nil (Buch IV); Wolken (Buch IVb); Wind (Buch V); Erdbeben (Buch VI); Kometen (Buch VII).

In dieser Übung werden wir vorwiegend Passagen der Vorworte und der Schlussteile der Einzelbücher lesen, in denen Seneca naturwissenschaftliche Betrachtungen und ethisch-philosophische Ausführungen zusammenbringt. Einige Sitzungen werden aber auch zur Lektüre von "technischen" Passagen gewidmet werden, in denen Seneca sich mit bestimmten natürlichen Erscheinungen befasst. Unser Ziel ist Seneca als Naturwissenschaftler und als Sammler des naturwissenschaftlichen Wissens seiner Zeit vorzustellen sowie auch die Fragen zur Sprache zu bringen, welche Rolle Seneca der Physik im Rahmen seiner stoischen Weltanschauung verleiht und wie und in welchem Maße er die Kenntnis der natürlichen Welt zur Gründung einer "Philosophie des menschlichen Handelns" verbindet.

Textausgabe: LUCIUS ANNEUS SENECA, Questions naturelles, hrsg. P. Oltramare, 2 Bände, Paris 2002. Studien: B. GAULY, Senecas Naturales Quaestiones. Naturphilosophie für die römische Kaiserzeit, München 2004; G D. WILLIAMS, The cosmic viewpoint. A study of Seneca's "Natural Questions", New York 2012; F. P. WAIBLINGER, Senecas Naturales Quaestiones. Griechische Wissenschaft und römische Form. München 1977.

 

  • Lo Presti, Roberto: Ü Platon, Phaidon (5270012)

Thu 12-14 / Unter den Linden 6, 3052

Der Phaidon ist einer der bekanntesten und theoretisch bedeutungsvollsten Dialoge Platons. Er ist als Bericht über die Gespräche gemeint, die Sokrates an seinem letzten Lebenstag vor seiner Hinrichtung mit seinen Freunden und Schülern führte. Der Phaidon stellt deshalb die letzte Episode in der Dialogreihe über Sokrates´ Prozess und Tod vor, zu der auch der Euthyphro, die Apologie, und der Crito gehören.

In dieser Dialogreihe hat der Phaidon einen ganz besonderen Platz, denn er fokussiert nicht auf ethikbezogene Themen, sondern ist als systematische Betrachtung vieler Kernaspekte der platonischen Metaphysik, Seelenlehre und Erkenntnistheorie konzipiert. Aus diesem Grund kann der Phaidon zur Gruppe der mittleren Werke gezählt werden. Dieser Dialog, der bei den antiken Kommentatoren unter dem Titel „Über die Seele“ bekannt war, legt einige Hauptargumente zur Verteidigung der These der Unsterblichkeit der Seele dar. Aber im Rahmen von und in Verbindung mit einer systematischen Darstellung seiner Ansichten über die Unsterblichkeit der Seele bringt Plato auch andere wesentliche metaphysische und erkenntnistheoretische Themen zur Sprache, wie die Auffassung des Wissens als Erinnerung, das Verhältnis der Seele zum Körper, die Begründung einer Ursachenlehre und die Gesetze und Voraussetzungen der wissenschaftlichen Erklärung. Aber vor allem stellt der Phaidon den Dialog dar, in dem Plato seine Ideenlehre wahrscheinlich zum ersten Mal vorstellt, während er ein Porträt unvergleichbarer Intensität von Sokrates in den letzten Stunden seiner Lebenszeit malt.

In dieser Übung werden wir ausgewählte Passagen dieser platonischen Schrift zusammen lesen und deren bedeutungsvollste philosophische, sprachliche, stilistische und rhetorische Aspekte in Betracht ziehen und zur Diskussion bringen.

Textausgabe: Plato, Phaedo. ed. John BURTNET, Oxford: Clarendon 1911.
Übersetzungen: PLATON, Phaidon, griech.-dt., übersetzt und herausgegeben von Barbara ZEHNPFENNIG, 2. Auflage Hamburg 2008; PLATON, Drei große Dialoge. Phaidon. Das Gastmahl. Phaidros. Einleitung, Übersetzung und Kommentar von Arthur HÜBSCHER, München 2002; PLATON, Phaidon. Übersetzung und Kommentar von Theodor EBERT, Göttingen 2004.
Kommentare: D. FREDE, Platons Phaidon, Werkinterpretation, Darmstadt 1999; D. BOSTOCK, Plato’s Phaedo, Oxford 1986; T. MENKHAUS, Eidos, Psyche und Unsterblichkeit. Ein Kommentar zu Platons Phaidon, Frankfurt/ London 2003.

 

  • Lo Presti, Roberto: HS Platon, Phaidon: Die Unsterblichkeit der Seele und ihr Verhältnis zum Körper / Plato, Phaedo: the immortality of the soul and its relationship to the body (51063)

Thu 16-18 / Unter den Linden 6, 3053

Der Phaidon ist einer der bekanntesten und theoretisch bedeutungsvollsten Dialoge Platons. Er ist als Bericht über die Gespräche gemeint, die Sokrates an seinem letzten Lebenstag vor seiner Hinrichtung mit seinen Freunden und Schülern führte. Der Phaidon stellt deshalb die letzte Episode in der Dialogreihe über Sokrates´ Prozess und Tod vor, zu der auch der Euthyphro, die Apologie, und der Crito gehören.

In dieser Dialogreihe hat der Phaidon einen ganz besonderen Platz, denn er fokussiert nicht auf ethikbezogene Themen, sondern ist als systematische Betrachtung vieler Kernaspekte der platonischen Metaphysik, Seelenlehre und Erkenntnistheorie konzipiert. Aus diesem Grund kann der Phaidon zur Gruppe der mittleren Werke gezählt werden. Dieser Dialog, der bei den antiken Kommentatoren unter dem Titel „Über die Seele“ bekannt war, legt einige Hauptargumente zur Verteidigung der These der Unsterblichkeit der Seele dar. Die tiefgründige Betrachtung dieser Argumente und deren Rezeption in der Spätantike und im Mittelalter wird den Seminarschwerpunkt darstellen. Aber im Rahmen von und in Verbindung mit einer systematischen Darstellung seiner Ansichten über die Unsterblichkeit der Seele bringt Plato auch andere wesentliche metaphysische und erkenntnistheoretische Themen zur Sprache, wie die Auffassung des Wissens als Erinnerung, das Verhältnis der Seele zum Körper, die Begründung einer Ursachenlehre und die Gesetze und Voraussetzungen der wissenschaftlichen Erklärung. Aber vor allem stellt der Phaidon den Dialog dar, in dem Plato seine Ideenlehre wahrscheinlich zum ersten Mal vorstellt, während er ein Porträt unvergleichbarer Intensität von Sokrates in den letzten Stunden seiner Lebenszeit  malt.

Das Seminar zielt darauf, alle oben genannten thematischen Schwerpunkte sowohl im Lichte der zeitgenössischen Platonforschung als auch im Lichte der spätantiken und mittelalterlichen Rezeption der platonischen Seelenlehre zu entwickeln, um die theoretischen Voraussetzungen und Folgen der platonischen Verteidigung der Unsterblichkeit der Seele sowie die Auswirkung des Phaidons auf die späteren Entwicklungen der Seelenlehre im philosophischen und theologischen Bereich nachvollziehen zu können.

Das Seminar wird stark diskussionsorientiert sein und setzt deshalb eine aktive Teilnahme voraus. Es wird erwartet, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe des Semesters zumindest ein Referat halten, und selbstverständlich sollen auch alle mit Fragen und Beiträgen regelmäßig zur Diskussion beitragen.

Griechischkentnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich. Wir werden den platonischen Text in deutscher Übersetzung lesen, wobei wir auf den griechischen Text in systematischer Weise verweisen werden, um Kernbegriffe zu verdeutlichen und theoretisch relevante textuelle Schwierigkeiten bzw. Unklarheiten zur Sprache zu bringen.

Eine vollständige Primär- und Sekundärliteraturliste wird in der ersten Seminarsitzung zur Verfügung gestellt.

 

  • Rosen, Jacob: HS Aristotle´s theory of motion and the eternity of the cosmos / Aristoteles` Bewegungslehre und die Ewigkeit des Kosmos (510992)

Mon 10-12 / Hannoversche Str. 6, 3.03

In his works on physics and cosmology, Aristotle tries to exploit highly general theses about motion in order to derive concrete results about the cosmos: above all, he wants to prove that the stars have been circling from eternity and will continue doing so for eternity. We will study Aristotle’s theoretical reflections on motion, and examine his various arguments for the eternity of the cosmos and of motion in the cosmos. Our main texts will include Physics V, VI, and VIII, and De Caelo. We will aim to understand the individual texts in detail, and also consider how the different texts hang together or fail to hang together. Knowledge of Greek is desirable but not required. The seminar will be led in English, though participants are welcome to offer their contributions in German.

 

  • van der Eijk, Philip: C Forschungskolloquium "Antike Medizin" (5270414)

Mon 10-12 s.t. / Unter den Linden 6, 3053

Im Forschungskolloquium werden zum einen laufende Arbeiten der Mitglieder der Forschungsgruppe "Medicine of the Mind, Philosophy of the Body" vorgestellt und diskutiert, zum anderen kommen in eingeladenen Vorträgen aktuelle Forschungsthemen im Bereich "Antike (und spätantike) Medizin und ihre Rezeption im Mittelalter und in der frühen Neuzeit" zur Sprache – wobei auch die Beziehungen zur antiken Philosophie und Wissenschaftsgeschichte berücksichtigt werden. Da „Work in Progress“ und andere noch nicht veröffentlichte Materialen vorab zur Vorbereitung unter allen Kolloquiumsteilnehmern verteilt werden, ist die Teilnahme am Kolloquium nur nach Vereinbarung mit Prof. Philip van der Eijk (philip.van.der.eijk@staff.hu-berlin.de) möglich.

Griechischkenntnisse sind erforderlich.

 

  • van der Eijk, Philip: Ü Galen-Lesekurs (5270415)

Wed 14-16 / Unter den Linden 6, 3053

Im Galen-Lesekurs werden jedes Semester zentrale Schriften des Arztes Galen von Pergamon übersetzt und inhaltlich erschlossen. Ziel ist es, dass die Teilnehmer einen Einblick nicht nur in Galens umfassende medizinische Lehre, sondern auch in seine naturwissenschaftlich-philosophischen Ansichten erhalten. Im Wintersemester 2014-15 werden ausgewählte Passagen aus Galens De usu partium gelesen (Ausgabe G. Helmreich, Leipzig 1907, online auf http://cmg.bbaw.de/epubl/online/wa_galen_usu_part_1.html. Die Teilnahme an dem Lesekurs ist für interessierte Studierende nach Absprache mit Prof. van der Eijk (philip.van.der.eijk@staff.hu-berlin.de) möglich. Sehr gute Griechischkenntnisse sind erforderlich.